Sportrecht

Allgemeines

Sportrecht befasst sich unter anderem mit Spielervermittlung, Beratung von Vereinen, Sportlern und Veranstaltern und der Vertragsgestaltung. Unter den letzten Punkt fallen zum Beispiel Spielerverträge für Sportmanager, Spielervermittler und Spielerbetreuer, sowie Werbe-, Sponsoring-, Vereins-, Vermarktungs-, Lizens- und Veranstaltungsverträge. Aber auch Schadenersatzforderungen, die sich aus Sportveranstaltungen ergeben, werden durch das Sportrecht abgedeckt.

Für einen Spieler ist es zum Beispiel wichtig, dass sein Arbeitsvertrag eine Spezialregelung für Einsatzprämien enthält unter besonderer Berücksichtigung dessen, dass der Spieler unverschuldet nicht zum Einsatz gelangt (z.B. durch schiedsrichterliche Fehlentscheidung im Bereich der persönlichen Strafen).

Für Spielevermittler von Fußballern ist es von Interesse, die juristischen Fallstricke zu kennen, die sich aus der Unterordnung des Art. 2 Abs. 1 S. 1 des FIFA-Spielevermittler-Reglements unter das deutsche Rechtsdienstleistungsgesetz ergeben.

Für Sportvereine sollte es bedeutsam sein, neben einer tragfähigen Satzung auch Regelungen zur Spiel- und Platzordnung, Trainer- und Übungsleiterordnung sowie Jugendordnung getroffen zu haben.

Konkrete Fragestellungen

  • Bestehen Schmerzensgeldansprüche gegen den Spielgegner, weil er einen Überkopfball direkt in das Auge seines Gegenübers geschmettert hat?
  • Sind die Worte „Leck mich am Arsch“ einem Schiedsrichter gegenüber immer eine Beleidigung?
  • Zählt eine Hochgebirgstour zur Sportausübung und damit zu den versicherten Gefahren des täglichen Lebens im Sinne der „Allgemeinen Bedingungen für die Hausratversicherung“?
  • Ist das Bewusstlosschlagen eines Schiedsrichters eine Straftat im Sinne des Strafgesetzbuches?
  • Muss auch ein minderjähriger Spieler an einen Gegenspieler Schmerzensgeld zahlen aufgrund eines brutalen Foulspiels?
  • Welche Möglichkeiten hat ein Verein, einen unerzogenen Jugendspieler disziplinarisch zu belangen und ihn möglicherweise aus dem Verein auszuschließen? Wie sind seine Eltern zu beteiligen?
  • Ist die Vereinbarung mit einem Trainer als Arbeitsvertrag zu werten und wie kann dieser Vertrag problemlos beendet werden?
  • Haftet ein Tennislehrer, wenn sein Tennisschüler über Tennisbälle stürzt?

Urteile aus dem Sportrecht

  • Auch ein ehrenamtlicher Übungsleiter kann für Sorgfaltspflichtverletzungen haftbar gemacht werden (OLG Hamburg, Beschluss vom 28.04.2015)
  • Foult ein Spieler einen anderen Spieler, indem er diesen in vollem Tempo von hinten mit gestrecktem Bein anspringt, sich dabei seitlich wegdreht und die Beine in der Luft gestreckt hält, so nimmt er eine einfache Körperverletzung in Kauf (Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, Strafbefehl vom 30.04.2015)
  • Der Sportplatz ist kein rechtsfreier Raum! Sportler können bei rüden Fouls auch zivilrechtlich haftbar gemacht werden (OLG Hamm, 2012)
  • Ein Trainer, der sich unsportlich verhält, kann mit einem Innenraumverbot von mehreren Spielen verurteilt und mit einer Geldstrafe belegt werden (DFB-Sportgericht)
  • Der Veranstalter eines Eishockeyspieles haftet für Verletzungen, die einem Zuschauer durch einen aus dem Spielfeld herausgeschlagenen Puck entstehen (OLG Nürnberg, Beschluss vom 06.07.2015).
  • Der Gastverein hat gegenüber seinen eigenen mit Pyrotechnik zündelnden Fans einen Regressanspruch gegenüber dem identifizierten Täter (Landgericht Köln, Urteil vom 08.04. 2015).